Papst beklagt "grausame Gewalt" in Sri Lanka

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Die Verantwortlichen der Nationen forderte er am Sonntag in seiner Osterbotschaft auf, "sich für die Beendigung des Rüstungswettlaufs und der besorgniserregenden Verbreitung der Waffen einzusetzen, vor allem in den wirtschaftlich fortgeschritteneren Ländern".

Ziel müsse es sein, den Kriegsflüchtlingen eine "sichere Rückkehr" zu ermöglichen.

Franziskus rief auch die Beteiligten an anderen Konflikten auf der Erde zum Dialog und zum Gewaltverzicht auf.

Nach dem Segen ging der Papst, abweichend von den vorbereiteten Texten, auf die Anschlagsserie in Sri Lanka ein. Bei der feierlichen Liturgie in Erinnerung an die Auferstehung von Jesus Christus verglich er den Stein vor dem Grab des Gekreuzigten aus der biblischen Überlieferung mit dem "Stein des Misstrauens, der die Hoffnung behindert".

Die Gläubigen tendierten immer wieder dazu, den "grellen Schein von Geld, Karriere, Stolz und Vergnügung" der christlichen Wahrheit vorzuziehen. Anschließend taufte er acht Christen, darunter einen aus dem mehrheitlich muslimischen Indonesien.

In der Osternacht ermunterte das katholische Kirchenoberhaupt die Gläubigen dazu, sich nicht in Unzufriedenheit und Hoffnungslosigkeit zu verlieren.

Auch die Angriffe in Sri Lanka sprach der Papst kurz an. Dabei nannte er die Ostukraine, das Bürgerkriegsland Südsudan, die von gewalttätigen Extremisten bedrohten Sahel-Staaten Burkina Faso, Mali, Niger, Nigeria und Kamerun sowie die lateinamerikanischen Krisenstaaten Venezuela und Nicaragua. Jedes Jahr kommen Hunderttausende Menschen über die Feiertage nach Rom. Der Segen "Urbi et Orbi" gehört zu den bekanntesten Riten der römisch-katholischen Kirche. Er wird nur zweimal im Jahr erteilt, zu Ostern und zu Weihnachten, außerdem direkt nach der Wahl eines neuen Papstes. Der Papst verkündete die Osterbotschaft gegen Mittag von der Mittelloggia des Petersdoms.

Für die Ukraine, in der heute gewählt wird, formulierte Franziskus den Wunsch nach einem humanitären und dauerhaften Frieden.

Ostern gebe Anlass zur Hoffnung, machte der Papst klar. Doch es sei das Misstrauen, das der Hoffnung im Wege stehe.

"Wenn man den Gedanken zulässt, dass alles schiefgeht und dass das Schlechte nie aufhört, dann glauben wir schließlich, dass der Tod stärker ist als das Leben, und wir werden zynisch und spöttisch, krankhafte Entmutigung befällt uns", warnte der Pontifex. Er habe mit Trauer auf die Nachricht der Anschläge reagiert, sagte er. Die Geschichte von Jesus mache klar, dass der "Übergang von der Verschlossenheit zur Gemeinschaft, von der Trostlosigkeit zur Tröstung, von der Angst zum Vertrauen" möglich sei.

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